Roderich Kiesewetter gehört zu den profiliertesten Stimmen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Der CDU-Politiker und ehemalige Bundeswehr-Oberst sitzt seit 2009 für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim im Deutschen Bundestag. Als Obmann seiner Fraktion im Auswärtigen Ausschuss prägt er Debatten zu NATO, Ukraine und Krisenprävention. Leser erfahren hier seinen kompletten Lebensweg – von der Offizierslaufbahn über internationale Einsätze bis zu seiner Rolle als kiesewetter politiker und Autor. Die Biografie zeigt, wie militärische Erfahrung und politische Haltung bei diesem cdu kiesewetter zusammenkommen.
Kurzinfos
| Vollständiger Name | Roderich Kiesewetter |
| Geburtsdatum | 11. September 1963 |
| Geburtsort | Pfullendorf, Baden-Württemberg |
| Nationalität | Deutsch |
| Beruf | Politiker (CDU), Oberst a. D., Autor |
| Bekannt für | Außen- und Sicherheitspolitik, Obmann im Auswärtigen Ausschuss, ehemaliger Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums |
| Jahre aktiv | Bundeswehr 1982–2009/2015, Bundestag seit 2009 |
| Tod | – (lebt) |
| Todesursache | – |
Frühe Jahre und Herkunft
Roderich Kiesewetter wurde am 11. September 1963 in Pfullendorf im damaligen Kreis Sigmaringen geboren. Er stammt aus einer Soldaten- und Offiziersfamilie. Der Vater diente bei der Bundeswehr und war unter anderem in Ellwangen stationiert. Über Stationen in Heidelberg, dem Rheinland und Karlsruhe zog die Familie schließlich nach Ellwangen-Schrezheim. Dort wuchs er auf. Die Mutter hat ungarische Wurzeln als Heimatvertriebene.
Schon als Schüler zeigte sich politisches Interesse. 1979 trat er der Jungen Union bei, 1981 der CDU. Er war Ortsvorsitzender der JU Ellwangen, stellvertretender Kreisvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender der Schüler Union Baden-Württemberg. Parallel engagierte er sich in der SMV, gründete eine Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und war bei der DLRG als Rettungsschwimmer aktiv.
1982 legte er am Hariolf-Gymnasium in Ellwangen das Abitur ab. Direkt danach begann der Weg in die Bundeswehr. Die Kombination aus früher politischer Prägung und soldatischer Familientradition prägte seinen weiteren Lebensweg nachhaltig.
Militärischer Werdegang bei der Bundeswehr
Nach dem Abitur trat Kiesewetter als Berufsoffiziersanwärter der Artillerietruppe bei. Von 1983 bis 1986 studierte er Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr München und Economics an der University of Texas in Austin. Er schloss als Diplom-Kaufmann ab.
Es folgten Führungs- und Stabsverwendungen. Anfang der 1990er-Jahre war er am „Aufbau Ost“ beteiligt und diente unter anderem in Sondershausen in Thüringen. 1993 wurde er Adjutant des Befehlshabers im Wehrbereichskommando III in Düsseldorf.
Von 1995 bis 1997 absolvierte er den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Dort erhielt er den Heusinger-Preis als bester deutscher Absolvent. Anschließend arbeitete er im Bundesministerium der Verteidigung, nahm am SFOR-Einsatz auf dem Balkan teil und war bei EU-Rat, WEU-Hauptquartier und NATO-Hauptquartieren in Brüssel und Mons tätig.
Von 2002 bis 2004 kommandierte er als Oberstleutnant das Raketenartillerielehrbataillon 52 in Hermeskeil. Später war er G3 der 7. Panzerdivision und erneut im Auslandseinsatz (EUFOR). 2006 wurde er zum Oberst befördert. Von 2006 bis 2009 diente er als Büroleiter der Stabschefs bei SHAPE in Mons. Mehrere Aufenthalte in Afghanistan (ISAF) und auf dem Balkan gehörten dazu. 2009 wechselte er noch kurz zum Kommando Operative Führung in Ulm.
Mit dem Einzug in den Bundestag 2009 ruhten seine Rechte und Pflichten als Berufssoldat. 2015 wurde er endgültig aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Als Oberst a. D. bringt er seither militärische Expertise in die Politik ein. Die fast 30 Jahre bei der Bundeswehr formten seinen Blick auf Sicherheit und internationale Zusammenarbeit.
Einstieg in die Politik und Parteiengagement
Die politische Karriere von Kiesewetter begann früh, parallel zur militärischen Laufbahn. Nach dem Eintritt in JU und CDU übernahm er lokale und regionale Funktionen. Von 2009 bis 2015 gehörte er dem Bezirksvorstand der CDU Nordwürttemberg an, zeitweise als stellvertretender Bezirksvorsitzender. Von 2011 bis 2015 war er Beisitzer im Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg. Er leitete den Arbeitskreis Bundeswehr und war im Landesfachausschuss Europapolitik aktiv.
Von 2015 bis 2022 amtierte er als Kreisvorsitzender der CDU Ostalb. Auf Bundesebene führte er von 2014 bis 2019 den Bundesfachausschuss für Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik. 2018 wurde er Vorsitzender des Landesfachausschusses für Äußere Sicherheit und Entwicklung in Baden-Württemberg.
Als Quereinsteiger aus der Bundeswehr kandidierte er 2009 für den Bundestag. Die CDU-Mitglieder im Wahlkreis Aalen-Heidenheim nominierten ihn mit klarer Mehrheit. Der bisherige Abgeordnete Georg Brunnhuber trat nicht mehr an. Bei der Bundestagswahl 2009 gewann Kiesewetter das Direktmandat mit 45,1 Prozent der Erststimmen. Seither verteidigte er den Wahlkreis mehrfach erfolgreich – 2013 mit 57,6 Prozent, 2017 mit 46,4 Prozent, 2021 mit 37,0 Prozent und auch 2025 erneut.
Karriere im Deutschen Bundestag
Seit Oktober 2009 ist Roderich Kiesewetter Mitglied des Deutschen Bundestages. Er sitzt durchgehend für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim. Seit 2009 ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten. Seit April 2014 fungiert er als Obmann der CDU/CSU-Fraktion in diesem Ausschuss.
Von 2009 bis 2013 war er zusätzlich im Europaausschuss und Obmann für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung sowie stellvertretender Vorsitzender des entsprechenden Unterausschusses. Er leitete die deutsche Delegation der Euromediterranen Parlamentarischen Versammlung und gehört der deutschen Delegation der Interparlamentarischen Konferenz von GASP/GSVP an. Seit 2019 ist er Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.
Von November 2020 bis März 2022 war er Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr), das die Nachrichtendienste überwacht. Anschließend bis Juni 2025 stellvertretender Vorsitzender. 2025 wurde er nicht mehr für das Gremium nominiert. Er selbst kommentierte dies mit den Worten: „Das ist der Preis, wenn man eine Haltung hat.“ Stattdessen blieb er Obmann im Auswärtigen Ausschuss. Von 2022 bis 2025 war er zudem Sprecher für Krisenprävention der Fraktion.
Kiesewetter nahm regelmäßig an der Münchner Sicherheitskonferenz, dem Bergedorfer Gesprächskreis und anderen internationalen Formaten teil. Er gilt als einer der wenigen Außenpolitiker mit langjähriger militärischer Praxis.
Positionen zu Sicherheit, Ukraine und Außenpolitik
Als kiesewetter cdu und Sicherheitsexperte vertritt er klare Positionen. Besonders seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 tritt er für robuste militärische Unterstützung Kiews ein. Er sprach sich für die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus und forderte, die Ukraine in die Lage zu versetzen, den Krieg auch auf russisches Territorium tragen zu können – bezogen auf militärische Ziele wie Verteidigungs- und Geheimdienststrukturen.
Er betont die Notwendigkeit höherer Verteidigungsausgaben und einer „Kriegstüchtigkeit“ der Bundeswehr statt bloßer Verteidigungsbereitschaft. Gleichzeitig setzt er auf vernetzte Sicherheit, Krisenprävention und transatlantische Partnerschaft. Frühere Äußerungen betrafen unter anderem die NSA-Affäre, den Balkan und die Beziehungen zu Russland.
Innerparteilich gilt er als eigenständiger Kopf. 2025 stimmte er bei bestimmten migrationspolitischen Anträgen seiner Fraktion bewusst nicht mit ab und kritisierte die Nähe zur AfD-Falle. Seine Haltung zu Russland und Sicherheitspolitik brachte ihm sowohl Anerkennung als auch Kritik und gelegentlich persönliche Anfeindungen ein. 2024 wurde er an einem Wahlkampfstand in Aalen körperlich attackiert.
Ehrenämter, Mitgliedschaften und Autorentätigkeit
Von 2011 bis 2016 war Kiesewetter Präsident des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw). Er ist Mitglied im Vorstand der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft, im Kuratorium der Hochschule Aalen und im Beirat des Zentrums Liberale Moderne. Seit 2018 ist er Vorsitzender des Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS). Weitere Mitgliedschaften umfassen die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Atlantik-Brücke, Lions Club, VdK und die Trilaterale Kommission.
Als Autor veröffentlichte er das Buch „Was wollen wir, was können wir? Deutschlands Rolle in der geopolitischen Machtverschiebung“ im Ullstein-Verlag. Darin reflektiert er Deutschlands Position in einer veränderten Weltordnung.
Privates und Persönlichkeit
Roderich Kiesewetter ist evangelisch, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seine Frau Silke lernte er während seiner Zeit beim Aufbau Ost in Thüringen kennen. Der Wahlkreis Aalen-Heidenheim und die Region Ostalb bleiben ihm eng verbunden. Er betont den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort.
Der ehemalige Offizier gilt als diszipliniert, klar in der Sprache und bereit, auch unbequeme Positionen zu vertreten. Seine militärische Prägung zeigt sich in der Wertschätzung für Pflicht, Verlässlichkeit und strategisches Denken. Gleichzeitig pflegt er den Kontakt zur Heimat und engagiert sich ehrenamtlich.
Fazit
Roderich Kiesewetter verbindet als cdu kiesewetter und ehemaliger Oberst militärische Expertise mit parlamentarischer Erfahrung. Seit 2009 vertritt er den Wahlkreis Aalen-Heidenheim und prägt als Obmann im Auswärtigen Ausschuss die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik. Sein Weg vom Bundeswehr-Offizier zum Bundestagsabgeordneten zeigt Kontinuität in der Haltung zu Sicherheit, Bündnistreue und internationaler Verantwortung. Die Biografie von roderich kiesewetter dokumentiert einen Politiker, der Haltung zeigt und dabei die Heimat nicht aus dem Blick verliert.
FAQ
Wann wurde Roderich Kiesewetter geboren? Roderich Kiesewetter wurde am 11. September 1963 in Pfullendorf in Baden-Württemberg geboren. Er wuchs in Ellwangen-Schrezheim auf und legte 1982 in Ellwangen das Abitur ab.
Welchen Beruf hatte Kiesewetter vor der Politik? Vor seiner Zeit im Bundestag war er fast 30 Jahre Berufssoldat bei der Bundeswehr. Er diente als Artillerieoffizier, absolvierte die Generalstabsausbildung, kommandierte ein Bataillon und war unter anderem bei NATO und im Verteidigungsministerium tätig. Er schied als Oberst a. D. aus.
Für welchen Wahlkreis sitzt Roderich Kiesewetter im Bundestag? Seit 2009 ist er direkt gewählter Abgeordneter für den Bundestagswahlkreis Aalen-Heidenheim in Baden-Württemberg. Er verteidigte das Mandat bei mehreren Bundestagswahlen erfolgreich.
Welche politischen Schwerpunkte hat Kiesewetter? Seine Schwerpunkte liegen in der Außen- und Sicherheitspolitik. Er ist Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss und war zeitweise Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Themen wie Ukraine-Unterstützung, NATO und Krisenprävention stehen im Mittelpunkt.

