Laura Dahlmeier zählt zu den größten deutschen Wintersportlerinnen aller Zeiten. Die Garmisch-Partenkirchnerin dominierte den Biathlon in den 2010er-Jahren wie kaum eine andere. Zwei Olympia-Goldmedaillen, sieben Weltmeistertitel und der Gesamtweltcup – das sind nur die Zahlen. Dahinter steckt eine Sportlerin, die mit 25 Jahren überraschend zurücktrat und sich danach den Bergen widmete. Am 28. Juli 2025 verunglückte sie tödlich am Laila Peak in Pakistan. Wer war Laura Dahlmeier wirklich? Was machte sie so besonders? Und wie lief ihre Karriere genau ab? Dieser Artikel liefert den Überblick über Leben, Erfolge und die Zeit nach dem Biathlon.
Kurzinfos
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Vollständiger Name | Laura Dahlmeier |
| Geburtsdatum | 22. August 1993 |
| Geburtsort | Garmisch-Partenkirchen, Bayern |
| Nationalität | Deutsch |
| Beruf | Biathletin, Bergführerin, TV-Expertin |
| Berühmt für | Olympia-Gold 2018, 7 WM-Titel, Gesamtweltcup |
| Aktive Jahre | ca. 2011–2019 (Biathlon) |
| Todesdatum | 28. Juli 2025 |
| Todesursache | Steinschlag beim Bergsteigen |
Kindheit und frühe Jahre in Garmisch-Partenkirchen
Laura Dahlmeier kam am 22. August 1993 in Garmisch-Partenkirchen zur Welt. Die Region rund um die Zugspitze prägte sie von Anfang an. Ihr Vater Andreas war Alpinist und organisierte die örtliche Bergwacht. Ihre Mutter Susi (geb. Buchwieser) hatte in den 1990er-Jahren selbst als Mountainbikerin Erfolge gefeiert. Sie wurde Deutsche Meisterin im Cross-Country und Europameisterin im Downhill. Auch die Tante Regina Stiefl war erfolgreiche Mountainbikerin.
Die sportliche DNA lag also in der Familie. Laura stand früh auf Skiern. Mit sieben Jahren begann sie mit dem Biathlon. Zwischendurch probierten sie und die Familie auch alpinen Skirennsport, doch die Kombination aus Laufen und Schießen zog sie stärker an. Sie hatte einen jüngeren Bruder namens Pirmin.
Schon als Jugendliche zeigte sich ihr Talent. 2011 gewann sie beim Europäischen Olympischen Jugendfestival in Liberec drei Goldmedaillen. Zwei Jahre später holte sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Obertilliach drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille. Damals war klar: Hier wächst eine Ausnahmeathletin heran.
Der Weg in den Biathlon und der Durchbruch
Nach dem Abitur am St.-Irmengard-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen trat Laura Dahlmeier 2011 in das Zoll-Ski-Team ein. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Zollwachtmeisterin. Parallel stieg sie in den Biathlon-Weltcup ein. Ihr Debüt gab sie in der Saison 2012/13.
Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi startete sie erstmals bei einem großen Event, kam aber noch ohne Medaille nach Hause. Der echte Durchbruch kam in den folgenden Jahren. 2015 holte sie bei der WM in Kontiolahti Gold mit der Staffel und Silber in der Verfolgung. 2016 in Oslo gewann sie in fünf Rennen fünf Medaillen, darunter Gold in der Verfolgung.
Die Saison 2016/17 wurde dann zu ihrer besten. Laura Dahlmeier gewann den Gesamtweltcup, dazu die Disziplinwertungen im Einzel und in der Verfolgung. Sie sicherte sich 20 Einzel-Weltcupsiege in ihrer Karriere und weitere mit der Staffel. Insgesamt standen 33 Weltcupsiege zu Buche.
Die großen Erfolge: WM 2017 und Olympia 2018
Der absolute Höhepunkt war die Weltmeisterschaft 2017 in Hochfilzen. Laura Dahlmeier startete in sechs Rennen und holte fünfmal Gold sowie einmal Silber. Gold in Verfolgung, Einzel, Massenstart, Mixed-Staffel und Staffel – das war eine Leistung, die bis dahin keine Biathletin geschafft hatte. Nur im Sprint musste sie sich mit Silber begnügen. Danach wurde sie zur deutschen Sportlerin des Jahres gewählt.
Ein Jahr später folgten die Olympischen Spiele in Pyeongchang. Trotz einer schwierigen Vorbereitung mit gesundheitlichen Problemen lieferte sie ab. Gold im Sprint über 7,5 Kilometer, Gold in der Verfolgung über 10 Kilometer und Bronze im Einzel. Sie war die erste Frau, die bei denselben Spielen Sprint und Verfolgung gewann. Dazu kam das Silberne Lorbeerblatt der Bundesrepublik und die Ehrenbürgerwürde ihrer Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen.
Ihre Bilanz bei Großereignissen: zwei Olympia-Goldmedaillen, eine Olympia-Bronze, sieben WM-Goldmedaillen, drei WM-Silber und fünf WM-Bronze. Dazu 15 WM-Medaillen insgesamt. Im Biathlon hatte sie alles erreicht, was es zu erreichen gab.
Der überraschende Rücktritt mit 25 Jahren
Am 17. Mai 2019 erklärte Laura Dahlmeier ihren Rücktritt. Mit gerade einmal 25 Jahren. Die Entscheidung kam für viele überraschend, hatte sich aber schon länger abgezeichnet. Die Saison 2018/19 war von Krankheiten und Verletzungen geprägt. Sie hatte das Gefühl, die hundertprozentige Leidenschaft für den Leistungssport sei nicht mehr da.
„Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte“, schrieb sie damals. Sie wolle nicht mehr alles für den Sport geben, nur weil es erwartet werde. Ihr letztes Rennen bestritt sie im Dezember 2019 bei der World Team Challenge auf Schalke.
Ähnlich wie Magdalena Neuner vor ihr wählte sie den frühen Abschied. Viele Athleten hätten weitergemacht. Laura Dahlmeier entschied sich bewusst für etwas anderes.
Leben nach dem Biathlon: Berge, TV und Freiheit
Nach dem Rücktritt studierte sie Sportwissenschaften an der Technischen Universität München. Sie arbeitete als Expertin für das ZDF bei Biathlon-Übertragungen und blieb dem Sport so verbunden. Gleichzeitig widmete sie sich ihrer zweiten großen Leidenschaft: den Bergen.
Schon während der aktiven Zeit hatte sie immer ein Kletterseil im Gepäck. Ab 2023 war sie staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin. Sie engagierte sich ehrenamtlich bei der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen. 2024 bestieg sie den Ama Dablam in Nepal in Rekordzeit – die schnellste bekannte Frauenbesteigung.
Sie schrieb Bücher, darunter ein Kinderbuch zum Umweltschutz, und sprach öffentlich über Nachhaltigkeit und die Gefahren des Massentourismus in den Bergen. 2022 erlebte sie einen schweren privaten Schicksalsschlag: Ihr Ex-Freund Robert Grasegger starb bei einem Lawinenunglück in Patagonien.
Laura Dahlmeier lebte nach eigenen Maßstäben. Sie wollte Freiheit statt festen Strukturen. Die Berge boten ihr genau das.
Der tragische Unfall am Laila Peak
Am 28. Juli 2025 verunglückte Laura Dahlmeier tödlich. Sie war mit einer Seilpartnerin am Laila Peak (rund 6096 Meter) im pakistanischen Karakorum unterwegs. Beim Abstieg auf etwa 5700 Metern Höhe traf sie ein Steinschlag am Kopf. Sie starb vermutlich sofort. Die Bergung blieb erfolglos und wurde eingestellt. Ihr Leichnam verblieb am Berg.
Sie hatte den Laila Peak schon länger im Blick. Kurz zuvor hatte sie den Great Trango Tower bestiegen. Die Familie und das Umfeld bestätigten, dass sie sich der Risiken bewusst war und im Sinne ihrer eigenen Wünsche gehandelt hatte.
Zum ersten Todestag 2026 erschienen Dokumentationen und Berichte. Die Anteilnahme war groß. In Garmisch-Partenkirchen gibt es eine Gedenkstätte, an der regelmäßig Menschen innehalten.
Vermächtnis und Erinnerung an Laura Dahlmeier
Laura Dahlmeier bleibt als Sportlerin und als Mensch in Erinnerung. Sie war zielstrebig, aber nie verbissen. Sympathisch, bodenständig und klar in ihren Entscheidungen. Sie zeigte, dass man auf dem Höhepunkt aufhören kann, wenn die innere Motivation fehlt. Und dass das Leben danach nicht weniger intensiv sein muss.
Ihre Erfolge im Biathlon Laura Dahlmeier prägen den deutschen Wintersport bis heute. Gleichzeitig steht sie für den Mut, den eigenen Weg zu gehen – auch wenn er riskant ist. Die Berge waren für sie Heimat und Herausforderung zugleich.
Fazit
Laura Dahlmeier hat in wenigen Jahren mehr erreicht, als die meisten Athleten in einer ganzen Karriere. Zwei Olympia-Goldmedaillen, sieben Weltmeistertitel und der Gesamtweltcup machen sie zu einer der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. Der frühe Rücktritt und die Hinwendung zu den Bergen zeigten ihre Unabhängigkeit. Ihr Tod am 28. Juli 2025 erschütterte die Sportwelt. Laura Dahlmeier bleibt als Ausnahmeathletin und als Mensch unvergessen, der nach eigenen Regeln lebte.
FAQ
Wann und wo ist Laura Dahlmeier gestorben? Laura Dahlmeier starb am 28. Juli 2025 am Laila Peak im pakistanischen Karakorum. Beim Abstieg auf rund 5700 Metern Höhe wurde sie von einem Steinschlag getroffen. Die Bergung blieb erfolglos.
Warum trat Laura Dahlmeier so früh vom Biathlon zurück? Sie erklärte 2019, dass sie nach einer schweren Saison mit Krankheiten die hundertprozentige Leidenschaft für den Leistungssport verloren habe. Sie hatte keine sportlichen Ziele mehr, für die sie alles riskieren wollte.
Welche Medaillen hat Laura Dahlmeier bei Olympia und WM gewonnen? Bei Olympia 2018 holte sie zwei Goldmedaillen (Sprint und Verfolgung) sowie Bronze im Einzel. Bei Weltmeisterschaften gewann sie insgesamt sieben Gold-, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen.
Was machte Laura Dahlmeier nach ihrer Biathlon-Karriere? Sie arbeitete als ZDF-Expertin, studierte Sportwissenschaften, wurde staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin und widmete sich intensiv dem Bergsteigen und Berglaufen. 2024 stellte sie einen Geschwindigkeitsrekord am Ama Dablam auf.

